Chiara Becker und Naomi Eggert vor dem römischen Amphitheater
Chiara Becker und Naomi Eggert vor dem römischen Amphitheater

Chiara Becker und Naomi Eggert vor dem römischen Amphitheater
Was kann man sich Schöneres vorstellen, als sonntags um 5.45 Uhr am Buskreisel des GSW zu stehen? Wohl einiges – dennoch schreckte diese unmenschliche Uhrzeit keinen der 34 Schülerinnen und Schüler ab, die Fahrt ins schöne Frankreich anzutreten. Nachdem sich jeder herzlich verabschiedet hatte und die Koffer sicher verladen waren, starteten wir endlich unsere Reise, die durch unseren zuverlässigen Busfahrer Oleg und seine versierten Fahrkünsten (insbesondere im Pariser Stadtverkehr) problemlos verlief.

Der erste Programmpunkt sollte das berühmte Montmartre-Viertel sein – daher stiegen wir am Moulin Rouge aus und erklommen die Treppen zur Sacre Coeur. Neben den vielen Porträt-Malern, die für Montmartre bekannt sind, deckten sich die Schüler*innen bereits hier mit kleinen Souvenirs ein, bis dann ein weiterer Höhepunkt des Tages folgen sollte – das Hard Rock Cafè. Nach einer „kleinen” Stärkung im Restaurant erwarben die Schüler*innen die begehrten T-Shirts oder Pullis mit dem Pariser Hard Rock Cafè-Logo, die von einigen während der ganzen Fahrt stolz getragen wurden. Sichtlich zufrieden über die Einkäufe, aber auch ein bisschen erschöpft von den vielen Eindrücken, freuten wir uns umso mehr, als Oleg uns abholte, um uns nach Versailles zu den Gastfamilien zu bringen. Dort angekommen begrüßten uns der Reiseveranstalter sowie die Gastfamilien herzlich und nahmen die Schüler*innen bei sich auf.
Nach der ersten Nacht in Versailles sollte es nun nochmal nach Paris gehen, da es noch einiges zu entdecken gab. Nachdem alle Schüler*innen sich am vereinbarten Treffpunkt gesammelt und sich im nahegelegenen Supermarkt für den Tagesausflug Reiseproviant gekauft hatten, stiegen wir in den Bus und machten uns auf den Weg nach Paris. Begleitet wurden wir vom Veranstalter selbst, der uns mit interessanten Informationen zum einen zu Versailles, zum anderen zu Paris versorgte. Ganz besonders blieb uns die Einfahrt nach Paris im Gedächtnis, da wir am Seine-Ufer entlang direkt auf den Eiffelturm zufuhren. Hier am Ufer konnten wir ein kleines Exemplar der „Statue of Liberty” bestaunen, die die Franzosen 1886 den Amerikanern als Geschenk gaben. Ein kleiner Zwischenstopp auf unserem Weg ins Louvre bildete der Invaliden-Dom, in dem Napoleon Bonaparte seine letzte Ruhestätte fand und der sich mit seiner goldenen Kuppel als ein toller Photo-Hintergrund anbot. Dann setzten wir unsere Fahrt fort zum Louvre, wo wir natürlich die Mona Lisa anschauten, es allerdings so viele andere grandiose Kunstwerke sämtlicher Epochen zu bestaunen gab, dass man nicht wusste, wohin man zuerst gehen sollte. Nach unserem Besuch im Louvre, der leider viel zu schnell zu Ende war, ging es weiter auf den Tour Montparnasse, von dem man über ganz Paris blicken konnte. Den Abschluss unseres Paris-Tages bildete noch eine Pause am Centre Pompidou, wo die Schüler*innen noch einmal shoppen und flanieren konnten ehe wir wieder zurück nach Versailles fuhren.
Am nächsten Tag stand eine Stadtrallye in Versailles auf dem Programm, die die Schülerinnen und Schüler selbständig in Kleingruppen durchführten. Hierbei ging es vornehmlich um die Erkundung von Straßennamen, Plätzen und Bauwerken. Die Schüler erkundeten dabei u.a. die Préfecture, den Palais de Justice, das Kino Roxane, das Hôtel de Ville und das Lycée. Die Rallye führte die Schüler auch zu den Spuren des Versailler Bürgermeisters André Mignon. Auch die Entschlüsselung von Gebäudeinschriften wie z.B. der Initialen R. F. für République Française waren Bestandteil der Rallye. Interessant fanden die Schüler auch die Erkundung einer historischen Bäckerei, die seit 1816 besteht. Insgesamt wurden also sowohl historische als auch aktuelle politische und geographische Gesichtspunkte der Stadt Versailles thematisiert. Die Lösungen der Ergebnisse wurden auf einem Arbeitsbogen vermerkt und ergaben schließlich zwei finale Lösungssätze wie bei einem Kreuzworträtsel (u.a. ein Zitat Ludwigs XIV: „Der Staat bin ich“). Eine Siegerehrung erfolgte im Anschluss.

Die Gruppe vor dem Eiffelturm
Die Gruppe vor dem Eiffelturm

Die Gruppe vor dem Eiffelturm
Besuch von Schloss Versailles
Besuch von Schloss Versailles

Besuch von Schloss Versailles

Die Rallye verfolgte den Zweck, die Schüler schon einmal auf die Besichtigung des Versailles Schlosses einzustimmen, welche am Nachmittag erfolgte. Der Rundgang erfolgte in Kleingruppen und jedem Schüler wurde ein Audioguide ausgehändigt. Die Schüler erfuhren dabei, dass Ludwig XIII. bereits im 17. Jahrhundert ein kleines Jagdschloss an der Stelle des heutigen Schlosses errichten ließ. Ludwig XIV. ließ 1668 daraus seinen Regierungssitz machen und baute das Schloss in den Folgejahren zum Schloss Versailles mit den zugehörigen Parkanlagen aus. Der Ausbau der Stadt erfolgte um das Schloss herum. Der absolutistische Führungsstil Ludwigs XIV. wurden den Schülern insbesondere durch das Schlafgemach und die Ausstattung der verschwenderisch-prunkvollen Anlage deutlich. Ein Bezug zur Zeitgeschichte erfolgte im Spiegelsaal, in welchem 1871 die deutsche Reichseinigung proklamiert wurde. Die Besichtigung der imposanten Parkanlage vor dem Schloss war den Schülern freigestellt. Hier waren u.a. die Nebenschlösser, Teiche und Statuen aufzufinden. Anhand eines Arbeitsblattes verarbeiteten die Schüler schließlich die Schlossbesichtigung. Dabei sollte u.a. die Schlossanlage skizziert und der Ausbau des Schlosses beschrieben werden.

Am darauffolgenden Tag begannen wir unsere Reise gen Norden nach Lillebonne, um uns römische Relikte aus dem 1. und 2. Jhd. n. Chr. anzuschauen. Lillebonne, das auch den Namen Iuliobona trägt, wurde, wie der Name schon vermuten lässt, von Gaius Julius Cäsar in Folge seines gallischen Krieges 51 v. Chr. eingenommen und zur römischen Provinz erklärt. Augustus, als erster römischer Kaiser, veranlasste den Ausbau der römischen Infrastruktur, sodass ein Amphitheater und Badeanlagen (thermae) gebaut wurden. Passend hierzu hielten die Schüler*innen des Faches Latein Kurz-Referate über Gladiatorenspiele oder einen typischen Besuch in den Thermen. Auch konnten wir eingies über die Etymologie englischer sowie französischer Wörter aus dem Lateinischen erfahren. Sichtlich beeindruckt von der Fortschrittlichkeit und Größe der römischen Gebäude, verließen wir Lillebonne, um den Sonnenschein des Gottes Helios am besten zu genießen, nämlich am Atlantik. Angekommen in Deauville ging es ohne Zögern direkt an den Strand und wir verbrachten zwei Stunden an der schönen Atlantik-Küste bevor der Bus wieder nach Versailles aufbrach.

Am Abreisetag fuhren wir mit dem Bus zunächst durch das Quartier Latin („Intellektuellenviertel“) in Paris. Hier trafen sich in den Cafés des 18. Und 19. Jahrhunderts vornehmlich die französischen Schriftsteller wie Gérard de Nerval, um sich auszutauschen und sich für ihre Schreibprozesse inspirieren zu lassen. Die Studenten und Gelehrten der davorliegenden Jahrhunderte sprachen in diesem Teil von Paris untereinander vorwiegend Latein, daher auch der Name des Viertels. Die Sorbonne-Universität wurde den Schülern auch gezeigt. Anschließend konnten sich die Schüler auf dem Gelände des Eiffelturms, dem Champ-de-Mars, frei bewegen. Der Eiffelturm gilt bis heute als das Wahrzeichen von Paris und als nationales Symbol der Franzosen. Der Name des Turms geht auf den Architekten Gustave Eiffel zurück. Mit Beginn des Ersten Weltkriegs wurde der Eiffelturm für die Öffentlichkeit gesperrt, da ihn das französische Militär als Telekommunikationszentrum nutzte. Die Schüler nutzten die schöne Kulisse, um zum Abschied noch Fotos zu machen. Am Nachmittag fuhren wir mit dem Bus über Belgien schließlich wieder nach Bad Laasphe zurück.

Bericht: Isabelle Schneller/Jan Klingelhöfer

Fotos: GSW