Im Rahmen einer kleinen Feierstunde wurde Studiendirektor Hartmut Kramer, langjähriger Mathematik- und Physiklehrer am Gymnasium Schloss Wittgenstein, am 31. Januar in den vorzeitigen Ruhestand verabschiedet.

Gudrun Kämmerling, erste Vorsitzende des Schulvereins Wittgenstein, erinnerte in ihrer Rede an wichtige Stationen in Hartmut Kramers fast 34 Jahre währenden Lehrerlebens am Schloss.

Foto: Christian Tang, komm. Schulleiter des Gymnasiums Schloss Wittgenstein, Gudrun Kämmerling, erste Vorsitzende des Schulvereins Wittgenstein, der frisch gebackene Pensionär Hartmut Kramer und seine Frau, die stellvertretende Schulleiterin, Dr. Bettina Kramer.

Im Jahre 1984 begann er nach dem Studium der Mathematik und Physik in Hannover seine Lehrtätigkeit am Schloss.

Hartmut Kramer sei, typisch für sein Stierkreiszeichen Stier, während seiner Dienstzeit stets ein beharrlicher, die Probleme anpackender Kollege gewesen, der sich auch nicht scheute, manchmal anzuecken, um Dinge auf den Weg zu bringen. Seit 1985 entwickelte er zusammen mit Physiklehrer Klaus Hofmann den EDV-Unterricht für die Mittelstufe und war zunächst Klassenlehrer in der Mittelstufe und dann ab 1992/93 auch erstmals Jahrgangsstufenleiter. Ab 2002 übernahm er das verantwortungsvolle Amt des Oberstufenkoordinators und war für die Abitur- und Klausurplanung sowie für die Information und Beratung speziell für die Sekundarstufe II zuständig. Kramer war zudem viele Jahre Vorsitzender des Lehrerrats und fast 20 Jahre Fachvorsitzender der Fachkonferenz Mathematik.

Als Dank und Erinnerung an seine über drei Jahrzehnte dauernde Tätigkeit an der Schloss-Schule überreichte Gudrun Kämmerling dem scheidenden Pädagogen den sogenannten „Wittgenstein“, eine Skulptur, die anlässlich besonderer Ereignisse verliehen wird. „Auf den Ruhestand arbeitet man ein Leben lang hin und ist erstaunt, dass er plötzlich da ist“, so Gudrun Kämmerling und wünschte Hartmut Kramer für seinen neuen Lebensabschnitt und die neu gewonnene Freizeit alles Gute und viel Freude.

Auch Christian Tang, komm. Schulleiter des Gymnasiums erinnerte an einige wichtige Eckdaten in Kramers langer Schultätigkeit. Der Kollege habe als wahrer „Computer Nerd“ die Entwicklung des EDV-Unterrichts an der Schule vorangetrieben. Als „hochmoderne“ Ausstattung habe es damals einen C64-Computer von Commodore, Diskettenlaufwerke, die so groß wie Schallplatten waren, einen Fernseher und einen ausgemusterten Rechner der Uni Karlsruhe gegeben. Hiermit habe man das exotische Fach Informatik auf den Weg gebracht und die Schüler seinerzeit in Pascal und Basic unterrichtet.

Als Mathematiker sei er prädestiniert gewesen, Exkursionen der gesamten Schule strategisch zu planen und durchzuführen. Hier erinnerte Tang an die Exkursion zur Expo-Ausstellung nach Hannover im Jahre 2000. Legendär sei auch der Ausflug der gesamten Schule im Jahr 2002 nach Köln gewesen, die mit einer gemeinsamen Schifffahrt auf dem Rhein einen krönenden Abschluss fand.

Christan Tang dankte dem scheidenden Pädagogen insbesondere für seinen jahrelangen unermüdlichen Einsatz als Organisator des Hüttenbaus beim Weihnachtsmarkt, für die Installation und äußerst zeitintensive Betreuung des EDV-Verwaltungsnetzwerkes sowie des Schulverwaltungsprogrammes. Auch für die Erstellung und Pflege der Schulhomepage sei Kramer seit 2005 für knapp fünf Jahre verantwortlich gewesen. Bei der Betreuung der in fast allen Klassenräumen installierten digitalen Wandtafeln, den Active Boards, und der Verkabelung der Klassenräumen, die er zusammen mit seinem Kollegen André Rohrbach vornahm, sei Kramers Know How gefragt gewesen.

Als Vertreter des Oberstufengremiums und des Betriebsrates bedankten sich Karin Leser und Hajo Walter humorvoll für den jahrelang geleisteten „Input“ und die Unterstützung bei der vielfältigen Arbeit hinsichtlich der Verwaltung der Oberstufe. „Keiner kennt sich wie du aus mit der Stundenbelegung und –verpflichtung in der Oberstufe, der Anzahl der zu belegenden Kurse, der Berechnung von Defiziten, der Stammdatenkontrolle, der fiktiven Abiturzulassung, der Versetzungsordnung und der Planung des Gesamtabiturs“, so meinten die beiden augenzwinkernd.

Hajo Walter, der als neuer Oberstufenkoordinator das Amt von Hartmut Kramer übernimmt, erinnerte an die vielen gemeinsamen Jahrgangsstufenfahrten, die oftmals Richtung Toskana führten, und die unvergesslich seien.

Für die Fachschaften Mathematik und Physik bedankten sie die Kollegen Friedhelm Koch, Heike Ringler und Petra Stellmacher-Wager für die jahrelange gute Zusammenarbeit und verlässliche Unterstützung durch ihren scheidenden Kollegen.

Aufgelockert wurde die Feierstunde durch einen stimmungsvollen Klaviervortrag von Lehrer Ottmar Wagner. Für Heiterkeit sorgten darüber hinaus mehrere Kollegen, die sich zu einem Chor zusammen gefunden hatte: Bekleidet mit Motorradhelmen, Sonnenbrillen und Lederjacken präsentierten sie den Udo-Jürgens-Hit in leicht abgewandelter Form: „Mit 62 Jahren, da fängt das Leben an“!

Zum Abschluss bedankte sich Hartmut Kramer nochmals bei dem Kollegium und Frau Kämmerling. In einer kleinen, humorvollen Zeitreise ließ er die Stationen seines fast 34jährigen Lehrerlebens am Schloss Revue passieren. Als er im Klassenzimmer stand, waren einige der späteren Kolleginnen und Kollegen gerade erst geboren oder wurden eingeschult.

Er habe in fast 34 Jahren viele Klassenarbeiten und Klausuren geschrieben und farblich „nachgestaltet“ und versucht, zusammen mit dem Kollegium die ihm und der Schule anvertrauten Schüler zu vernünftigen Menschen zu erziehen.

„Ich habe diesen Beruf geliebt und wünsche der Schule, den Schülern sowie unserem Schulleiter Christian Tang für die Zukunft alles erdenklich Gute und einen weiteren erfolgreichen Weg,“ verabschiedete sich Hartmut Kramer, zum Abschluss doch etwas wehmütig. Über seine Frau, der stellvertretenden Schulleiterin Dr. Bettina Kramer, werde er weiterhin eng mit den Geschicken der Schule verbunden bleiben. Und da sein Hobby das Fotografieren sei, werde er sicherlich bei der ein oder anderen Schulveranstaltung als Fotograf vor Ort sein.

 

Text und Foto: Karin Leser